ZAK-Energie­konzepte und ZAK-Fernwärme

Der gesamte angelieferte Restmüll aus dem Verbandsgebiet wird im Müllheizkraftwerk (MHKW) der thermischen Verwertung zugeführt.

Forstreste aus den Allgäuer Wäldern sowie Altholz aus den Sperrmüllsammlungen der Wertstoffhöfe landen im Holzheizkraftwerk (HHKW) des ZAK. Dort werden jährlich ca. 37.000 Tonnen Holz entsorgt.


Der im MHKW und HHKW anfallende Strom sowie die Wärme werden sinnvoll genutzt. Beide Anlagen zusammen erzeugen Strom für umgerechnet ca. 20.400 Haushalte und Wärme für ca. 17.770 Haushalte. Dies entspricht einer Energieeinsparung von 31 Mio. Litern Heizöl oder 31 Mio. m³ Erdgas. Die Einspeisung des Stroms erfolgt ins öffentliche Netz.
Um die dabei entstehende Energie auch optimal nutzen zu können, wurde das ZAK-Fernwärmenetz in Kempten aufgebaut. Zurzeit hat es eine Länge von ca. 45 km und versorgt Industrie- und Gewerbebetriebe, Kliniken und Wohnanlagen.

Zwei Generatoren in den Anlagen erzeugen zusammen ca. 10 Megawatt Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Um die Versorgung mit Wärme auch in den Wintermonaten zu gewährleisten wurde neben dem Gelände des Berufschulzentrums eine Spitzenlastzentrale mit einer Leistungskapazität von 45 Megawatt errichtet.
Regenerative Energien sind ein weiterer Schwerpunkt bei dem sich der ZAK engagiert. So ist z. B. auf dem Dach des Wertstoffhofes Kempten-Unterwang sowie auf dem Dach der Bio-Vergärungsanlage jeweils eine großflächige Photovoltaik-Anlage installiert. Unter Beteiligung des ZAK wird in Sonthofen die BioEnergie Oberallgäu (BEO), ein Biomasseheizwerk, betrieben. Die BioEnergie Allgäu (BEA) betreibt ein Biomasseheizwerk in Scheidegg.

Mittlerweile ist der ZAK mit seinen Anlagen und der daraus resultierenden CO²-Einsparung von ca. 70.000 Tonnen jährlich der größte Umweltentlaster in der Region. Allein für die Stadt Kempten bedeutet dies ein Minus von ca. 10 Prozent.

Fernwärme­netz des ZAK

ZAK-Fernwärme ersetzt schadstoffintensivere Energiequellen und erspart der Region damit den Einsatz von ca. 31 Mio. Litern Heizöl oder 31 Mio. Kubikmeter Erdgas. Das ist Energie für umgerechnet mehr als 17.770 Haushalte pro Jahr! 

Das Fernwärmenetz Süd/West verläuft entlang des Adenauerrings, überquert die Iller und geht über eine Ringleitung in die Stadtmitte. Angeschlossen ist das Klinikum Kempten, zahlreiche Gewerbebetriebe, öffentliche Einrichtungen und Wohnanlagen.

Eine weitere Fernwärme-Trasse versorgt im Bereich Lindauer Straße und Franzosenbauer sowie Beethoven- und Bahnhofstraße das Berufsschulzentrum, weitere Wohnanlagen, Kaufhäuser und öffentliche Gebäude und verbindet das Netz mit der SpitzenlastHeizZentrale an der Kotterner Straße.

Das Fernwärmenetz Nord umfasst das Gewerbegebiet im direkten Umfeld des MHKW/HHKW, unter anderem das Briefverteilerzentrum in der Daimlerstraße. Eine zusätzliche Trasse versorgt das Gewerbegebiet Heisinger Straße.

Die angeschlossenen Gewerbebetriebe entlang der Dieselstraße und der Kaufbeurer Straße bis zum Berliner Platz gehören zum Abschnitt „Süd”. Weitere Anschlüsse sind in Planung.

Der Fernwärmeliefervertrag, Entgeltregelungen, Allgemeine Versorgungsbediengungen und die technischen Anschlussbediengungen können in den Geschäftsräumen der ZAK-Energie GmbH (Dieselstraße 20 in 87437 Kempten) zu nachfolgenden Öffnungszeiten eingesehen werden:

Mo - Do.08.00 bis 16.00 Uhr
Fr.08.00 bis 12.00 Uhr

​Telefonische Auskünfte erhalten Sie unter 0831/57148-600.

Schadstoff-Reduzierung 
Das 45 km lange Fernwärmenetz sorgt nicht nur dafür, dass die Energie beim Verbraucher ankommt.

Allein durch die optimierte Abwärmenutzung aus MHKW und HHKW werden z.B. die CO2-Emissionen der Stadt Kempten um insgesamt ca. 10% reduziert. Das entspricht einer Schadstoffreduzierung um sage und schreibe 64.400 Tonnen pro Jahr.

Nicht weniger beeindruckend ist die positive Bilanz bei Schwefeldioxid (–18,5 Tonnen/Jahr), und Kohlenmonoxid (–12,5 Tonnen/Jahr). Sogar bei den Staubemissionen erspart der leistungsstarke Energieverbund MHKW und HHKW der Region 0,7 Tonnen im Jahr.

Das ZAK-Fernwärmenetz: umweltfreundlich und wirtschaftlich.

Spitzenlast Heizzentrale

Für die Wintermonate steht in Kempten eine Spitzenlastzentrale mit 45 Megawatt Wärmeleistung bereit, um die Versorgung mit Wärme selbst an kältesten Tagen zu gewährleisten. Wärmeleistung: 45,0 Megawatt

Da in den Wintermonaten der Energiebedarf überproportional ansteigt und die beiden Energielieferanten MHKW und HHKW nicht mehr alleine in der Lage sind, die angeforderte Energie für das Fernwärmenetz bereitzustellen, erfolgte die Errichtung und Einbindung einer Spitzenlast-HeizZentrale.

Dabei geht bei Bedarf die neue SHZ vollautomatisch in Betrieb und liefert die zusätzlich benötigte Wärmenergie. Um flexibel und schnell auf den kurzzeitig erhöhten Bedarf reagieren zu können arbeitet die SHZ mit fünf Gas- bzw. Ölkesseln. Nur an besonders kalten Wintertagen wird die Spitzenlast-HeizZentrale zugeschaltet.

Für den kurzfristigen Bedarf von nur wenigen (ca 1.800 h) Betriebsstunden im Jahr sind ca. 1 Mio Liter Heizöl bzw. Erdgas nötig, die gleichzeitig aber über das ganze Jahr hinweg den Einsatz von 19,2 Mio. Liter Heizöl bzw. 19,2 Mio. m³ Erdgas einsparen.

Im Verbund mit den Umweltentlastern MHKW und HHKW steht die Spitzenlast-HeizZentrale für die absolute Versorgungssicherheit über das ZAK-Fernwärmenetz. Das heißt: Mehr Fernwärmekunden, die ihre Grundversorgung über die umweltfreundlich erzeugte Energie aus MHKW und HHKW beziehen.

Wärme­speicher

Der neue Wärmespeicher optimiert die vom Müllheiz­kraft­werk (MHKW) und Holzheizkraftwerk (HHKW) verwertbare Energiemenge. Damit lässt sich der Einsatz von Erdgas in der Spitzenlast-Heizzentrale (SLHZ) deutlich verringern.

MHKW und HHKW erzeugen umweltfreundlich Wärmeenergie für das Fernwärmenetz: 160 Millionen kW/h pro Jahr! Ausreichend Wärme für umgerechnet 17.770 Haushalte. Aber bei jeder Art von Energieerzeugung stellt sich das Problem der Speicherung von überschüssiger Energie. Das gilt auch für das Fernwärmenetz. Denn die Anforderungen an das Netz variieren stark.

Um dieses Missverhältnis auszugleichen, bedient man sich der SLHZ, die kurzfristig konventionell erzeugte  Wärmeenergie ein­speisen kann. Dafür ist der Einsatz von Erdgas nötig. Der Wärme­speicher sorgt dafür, dass sich der Anteil dieser konventionell erzeugten Wärmeenergie von derzeit knapp 8% auf ca. 6% reduziert (bezogen auf die gesamte Wärmelieferung pro Jahr).

Der Wärmespeicher besteht aus zwei Behältern mit jeweils 240 m3 Speichervolumen und funktioniert im Prinzip wie eine Thermos­kanne, die nach oben und unten offen ist. Man pumpt das überschüssige heiße Wasser aus der Nachtproduktion von oben in den mit Wasser gefüllten Speicher. Im Speicher vorhandenes kaltes Wasser wird aus dem Wärmespeicher dadurch herausgedrückt. Der Wärmespeicher ist „geladen“.

Wird das heiße Wasser benötigt, um Verbrauchsspitzen am Tage abzudecken, führt man das kalte Wasser von unten in den Speicher zurück. Der Wärmespeicher wird „entladen“.

Mit dem Wärmespeicher lässt sich ein Wärmepotenzial von ca. 3.000 MWh pro Jahr abdecken. Das entspricht ungefähr 330.000 Kubikmetern Erdgas. Der ZAK investierte in diese Speicherlösung 1,15 Millionen Euro.

Im Gegenzug wird Geld eingespart: Mehr nutzbare ZAK-Energie, weniger konventioneller Energieeinsatz und damit weniger Ausgaben für Erdgas. So lässt sich diese Investion bereits nach einigen Jahren amortisieren.