Standort



Dieselstr. 20
87437 Kempten
Tel.: 0831/57148-0
Fax: 0831/57148-50
 
Betreiber: ZAK Energie GmbH
Standort: Dieselstr. 20
87437 Kempten
In Betrieb seit: 1996
Investitionsvol.: ca. 85 Mio €
Anlagefläche: 5.570 m² 
Kapazität: ca. 76.000 t Restmüll/Jahr


Öffnungszeiten



vom 12.11. bis 17.11.2018:

Mo. 07:30 - 12:00 und 13:00 - 17:00 Uhr
Di. 07:30 - 12:00 und 13:00 - 17:00 Uhr
Mi. 07:30 - 12:00 und 13:00 - 17:00 Uhr
Do. 07:30 - 12:00 und 13:00 - 17:00 Uhr
Fr. 07:30 - 12:00 und 13:00 - 17:00 Uhr
Sa. 09:30 - 11:30 Uhr
An Heilig Abend, Silvester, Faschings­dienstag (nachmittags) sowie an den üblichen Feiertagen sind die ZAK-Anlagen geschlossen.

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Die Anlage

Müllheiz­kraftwerk (MHKW) Kempten

2.) Waage/Kontrolle
Am Einfahrtsbereich zum MHKW wird jede Anlieferung gewogen, Abfallart und Herkunft geklärt. Im Müllheizkraftwerk wird ausschließlich Restmüll thermisch behandelt. Restmüll ist nicht wiederverwertbarer Hausmüll (aus der Restmülltonne), Sperrmüll und hausmüllähnlicher Gewerbeabfall.

4.) Anlieferhalle
Restmüll aus den kommunalen Sammelfahrzeugen sowie kontrollierter Privat- und Gewerbemüll gelangt über Rutschen durch eine Luke in den Bunker.
5.) Bunker/Krankabine
Lagerkapazität von 1.800 Tonnen genügt, um schwankende Anliefermengen und Wartungszeiten auszugleichen. Die Krankabine ist 24 Stunden am Tag besetzt und dient der Überwachung des Bunkers. Hauptaufgabe des Kranführers ist es, den richtigen Müll-Mix aus Gewerbemüll und Haushaltsmüll zu erzeugen. Ein gutes Mischverhältnis erzielt hervorragenden Durchschnitts-Heizwert, der dem von Braunkohle gleichkommt.
6.) Kompaktofen
Der Rückschub-Rost ist das "Herzstück" des Kompaktofens. Umweltfreundliche Verbrennung erfolgt durch hochmodernes comuptergesteuertes High-Tech Feuer. Eine Infrarot-Kamera regelt die Temperatur auf der Brennbett-Oberfläche und garantiert ein gleichmäßiges und intensives Ausbrennen des Restmülls. Der optimal ausgebrannte Restmüll wird zu einer hochwertigen Schlacke, die sich gut verwerten läßt. z.B. als Versatzmaterial im Bergbau.

Rauchgas­reinigung

Müllheiz­kraftwerk (MHKW) Kempten

Elektrofilter
Elektrofilter
7a.) Elektrofilter (1. Stufe der Rauchgasreinigung)
Abscheidung von Schwermetallen, die an die Fein- und Feinststäube gebunden sind.

Bei der Verbrennung entstehen Rauchgase, die als erste Reinigungsstufe den Elektrofilter durchlaufen. Sprüh-Elektroden laden dabei die staubförmigen Partikel negativ auf. Parallel zu den Sprüh-Elektroden befinden sich positiv-aufgeladene Niederschlagsplatten. Die negativ geladenen Staubpartikel werden dann von den positiv geladenen Niedeschlagsplatten angezogen. Der durch dieses Verfahren isolierte Staub wird in einen großen Auffangbehälter gefördert und anschließend in einer Untertage-Deponie entsorgt.

7b.) Waschstufe 1 + 2 (2. und 3. Stufe der Rauchgasreinigung)
Auswaschen von Chlor-Verbindungen, Flurverbindungen und Schwefelsäure.

Der Chlorwasserstoff-Wäscher (HCI-Wäscher) bindet Chlor-Verbindungen, letzte Feinstäube sowie Schwermetalle im Waschwasser, Flurverbindungen und Aluminiumchlorid werden abgeschieden. Anfallender Reststoff ist verdünnte Salzsäure, die zu einer 31%igen technisch reinen Salzsäure aufkonzentriert wird.

Der Schwefeldioxid-Wäscher (SO2-Wäscher) wäscht Schwefeldioxid mit einer Mischung aus Wasser und Kalksteinmehl erfolgreich aus. Anfallender Reststoff ist eine Gipssuspension, die in einer Zentrifuge entwässert wird. Der anfallende Gips geht in die Verwertung.

7c.) Katalysator (4. Stufe der Rauchgasreinigung)
Für ein erfolgreiches katalytisches Reinigungsverfahren sind zur Abscheidung von Stickoxiden, Dioxinen und Furanen zwei Stufen notwendig:

1.) Ammoniak wird gleichmäßig dosiert mit den Abgasen vermischt. Stickoxide verwandeln sich durch das Ammoniak in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf.
2.) Dioxine und Furane werden aufgespalten und vollständig zerstört.
 
7d.) Flugstromadsorber (5. Stufe der Rauchgasreinigung)
Der "Polizei"-Filter zur Restabscheidung von verbliebenen Geringstmengen an Schwermetallenund, organischen Schadstoffen und sauren Restbestandteilen. Abscheidungsgrad nahezu 100%. Letzte Reinigungsstufe vor dem Kamin:

Kalkhydrat- und Aktivkohle (das sog. Adsorbens) wird in Filter-kammern eingedüst. Frei fliegende Partikelchen durchströmen die Filterkammern des Flugstrom-Adsorbers. Die noch verbleibenen Geringstmengen an Rest-Schadstoffen binden sich an diese fliegenden Partikelchen. Adsorbens zirkuliert ständig: optimale Ausnutzung. Nur ein klei-ner Teil muß ausgeschleust und durch neues Adsorbens ersetzt werden.

8.) Analysengebäude
Strenge Vorgaben sind gut — ständige Kontrolle ist besser. Im Analysengebäude befinden sich von einer nach Paragraph 26 des Bundesimmissionsschutzgesetzes zugelassene Meßstelle (z. B. TÜV), die vollautomatisch und kontinuierlich Proben aus dem Rauchgasstrom entnehmen. 

Aus den Meßergebnissen ermittelt ein Emissionswerte-Rechner "Halbstunden- und Tagesmittelwerte", die an das Landesamt für Umweltschutz in München (LfU) und die Regierung von Schwaben übermittelt werden. Diese beiden, vom ZAK unabhängigen Kontrollinstanzen, überwachen die Einhaltung der vorgeschriebenen Werte.

9.) Kamin
Erst nachdem die Rauchgase die 5-stufige Rauchgasreinigung und die kontrollierende Meßstufe durchlaufen haben, steht der gereinigten Abfluft der Weg durch den Kamin offen. Jeder einzelne Meßwert liegt weit unter den gesetzlichen Vor-gaben. Basis für die Emmissions-Messungen sind die gültigen Grenzwerte der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung - die weltweit strengsten Vorgaben.

Energie­erzeugung / Reststoffe / Verwaltung

Müllheizkraftwerk (MHKW) Kempten

10.) Maschinenhaus
Energiegewinnung durch das Wasser-Dampf-System: Heisse Rauchgase aus der Verbrennung geben ihre Wärmeenergie zur Dampfer-zeugung vor dem Durchlaufen der Rauchgasreinigung ab. Erzeugter Dampf betreibt eine Turbine mit 7,2 Megawatt Leistung. Ausreichend Strom für ca. 12.000 Haushalte. Die restliche Energie versorgt über Wärmetauscher das ZAK-Fernwärmenetz. Wärme für zahlreiche Gewerbebetrieb, öffentliche Einrichtungen und Wohnanlagen. Dadurch werden jährlich rund 32.900 Tonnen CO² eingespart.
11.) Fernwärmestation
Heisse Rauchgase aus der Verbrennung geben ihre Wärmeenergie zur Dampferzeugung vor dem Durchlaufen der Rauchgasreinigung ab. Dieser Dampf betriebt eine Turbine, die Strom erzeugt. Die restliche Energie versorgt über die Wärmetauscher in der Fernwärmestation das 42 km lange ZAK-Fernwärmenetz. Wärme für zahlreiche Gewerbebetrieb, öffentliche Einrichtungen und Wohnanlagen.

ZAK-Fernwärme ersetzt schadstoffintensivere Energiequellen und erspart der Region damit den Einsatz von ca. 31 Mio. Liter Heizöl oder 31 Mio. m 3 Erdgas.

12.) Schaltwarte
Die Schaltwarte ist rund um die Uhr besetzt, zur Steuerung und Überwachung der Betriebsabläufe im MHKW.

13.) Luftkondensator
Wenn nicht genügend Wärmeenergie über das ZAK-Fernwärmenetz abgenommen wird, muß die überschüssige Abwärme über den Luftkondensator an die Umgebung abgegeben werden.
14.) Silo- und Tankanlage
In der Verladestation werden folgende Stoffe umgeschlagen und zwischengelagert:

- Feste Rückstände, wie Flugaschen und abgeschiedene Feinstäube aus der Rauchgasreinigung.
- Zuschlagstoffe, die für die Rauchgasreinigung benötigt werden.
- Gewonnene Salzsäure aus der Rauchgaswäsche.

15.) Sozialgebäude
Im Sozialgebäude befinden sich die Verwaltung, Werkstätten und Magazine sowie Aufenthaltsräume, Duschen und Umkleideräume.

16.) HHKW
Die "alte" Ofenlinie, die bis zur Inbetriebnahme des neuen Müllheizkraftwerkes den anfallenden Restmüll aus dem ZAK-Verbandsgebiet bewältigen konnte, wurde für ca. 6 Mio. EURO modernisiert. Seit 1998 ist es möglich, Altholz und Forstreste schadstoffarm zu verwerten. Das Brenngut für den Holzofen besteht aus Altholz, das an den Wertstoffhöfen gesammelt wird und aus Forstresten; diese werden als Hackschnitzel direkt vom Biomassehof Allgäu (www.holzbrennstoffe.de) angeliefert.

Aus Reststoffen werden Wertstoffe

Müllheizkraftwerk (MHKW) Kempten

Reststoff Schlacke
Die Verbrennungsreste aus dem MHKW/HHKW bezeichnet man als Schlacke. Pro Jahr fallen 10.000 bis 15.000 Tonnen an. Schlacke wird auf die Deponie Ravensburg gebracht und endgelagert.
Wertstoff Salzsäure
Das Waschwasser aus der ersten Wasch­stufe, dem Chlorwasserstoff- wäscher enthält nach der Reinigung der Rauchgase verdünnte Salzsäure. Diese wird destillativ gereinigt und in der sogenannten HCI-Rektifikations­anlage im MHKW zu einer markt­üblichen 31 %igen, technisch reinen Salzsäure aufkonzentriert. Eine Verwerter­gesellschaft kauft diese Salzsäure an und vertreibt sie weiter.
Wertstoff Gips
Das Waschwasser aus der zweiten Wasch­stufe, dem SO2-Wäscher, enthält eine Gips­suspension. Diese wird in einem speziellen Behälter zwischengelagert und später in einer Zentrifuge entwässert. Das Trenn­wasser wird erneut dem Wasch­wasser­kreislauf der Anlage zugeführt. Der Gips wird an einen Verwerterbetrieb verkauft, der ihn an die Zement- und Gipsindustrie weitervertreibt.