"Giftige" Bauabfälle

Der ZAK informiert

Bei Baumaßnahmen werden meistens auch Farben, Lacke, Kleber, Bindemittel und andere Materialien verarbeitet, die unter dem Oberbegriff „schadstoffhaltige Füllgüter“ zusammengefasst werden. Man erkennt sie an den entsprechenden Gefahrenzeichen auf der Verpackung, z.B. reizend, leichtentzündlich, ätzend und einige andere mehr.

Dem Aufdruck der Verpackungen können Sie entnehmen, welchem Rücknahmesystem sich der Hersteller angeschlossen hat. Es ist jedoch auch durchaus üblich, dass auf den Verpackungen die Logos mehrerer Rücknahmesysteme aufgedruckt sind. Adressen und Ansprechpartner der verschiedenen Rücknahmefirmen erhalten Sie bei der Abfallberatung des ZAK.


Die Entsorgung dieser Materialien unterliegt besonderen Bedingungen. 

1. Nicht restentleerte Verpackungen mit nicht ausgehärteten Produktresten und Flüssigkeiten sind wie das Originalprodukt zu entsorgen. Lassen Sie sich dazu vom Hersteller oder dem Baustoffhändler ein Sicherheitsdatenblatt schicken und fragen Sie bei der Gewerbeabfallberatung des ZAK nach einem geeigneten Entsorger mit Sammelentsorgungsnachweis und Transportgenehmigung.

2. Ausgehärtete Produkte sind in der Regel als Abfall zur Beseitigung im MHKW des ZAK zu entsorgen. Bei sehr großen Mengen empfiehlt es sich jedoch, vor der Anlieferung die Abfallberatung zu kontaktieren.

3. Leere Gebinde unterliegen der Verpackungsverordnung und werden deshalb von verschiedenen Firmen im Rahmen eines Rücknahmesystems kostenlos angenommen.

Die bekanntesten sind:
- Interseroh
- Duales System Deutschland (DSD)
- KBS
- PDR

Interseroh ist am weitesten verbreitet und hat mit 2000 Herstellern und ca. 40 000 Händlern Rücknahmeverträge. Interseroh entsorgt sowohl Hersteller, als auch Vertreiber und Verarbeiter.

In einem kombinierten Hol- und Bringsystem werden restentleerte Verpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter (tropffrei, pinselrein, rieselfrei, spachtelrein und frei von Fremdanhaftungen) angenommen.

Der Endverbraucher befüllt Säcke, Bigbags oder Container getrennt nach schadstoffhaltigen und nicht schadstoffhaltigen Füllgütern. Es muss eine Trennung nach den Materialfraktionen PPK (Papier-Pappe-Karton), Kunststoff, Metall und Glas vorgenommen werden.

Die Verpackungen für schadstoffhaltige Füllgüter müssen in Gebinde verpackt werden, die mit dem LOGO für Interseroh Recycling und der Zusatz „SF“ für schadstoffhaltige Füllgüter gekennzeichnet sind. Die Annahme der entleerten Verpackungen ist kostenfrei. Adressen von Interseroh-Partnern erhalten Sie beim ZAK.

Die DSD vergibt für restentleerte Verpackungen, die beim Privatverbraucher anfallen, den „Grünen Punkt“. Darunter sind auch einige Verpackungen, die heute als Verpackungen für schadstoffhaltige Füllgüter gelten. Diese Verpackungen können nach wie vor von Privatpersonen auf dem Wertstoffhof entsorgt werden, da der ZAK Vertragspartner der DSD ist.

DIE KBS bietet ein Rücknahmesystem für restentleerte Weißblech- und Stahlverpackungen von Füllgütern mit und ohne bestimmte Kennzeichnungen nach dem Chemikaliengesetz an.

KBS hat ca. 300 Sammelstellen in Deutschland. Unter dem Oberbegriff KBS EXTRA werden entleerte Stahlverpackungen für schadstoffhaltige Füllgüter angenommen. Weiteres erfahren Sie auf der Homepage von KBS unter www.kbs-recycling.de

PDR ist ein Unternehmen zur Entsorgung und Verwertung gebrauchter PU-Schaumdosen. Gebrauchte PU-Schaumdosen mit dem Entsorgungszeichen der PDR werden für den Verbraucher kostenfrei über einen eigens eingerichteten Rücknahmeservice der PDR eingesammelt und verwertet.

Näheres zum PU-Schaum-Dosenrecycling erfahren Sie unter www.pdr.de

Abfall­beratung für Gewerbe­betriebe


Der ZAK berät Gewerbebetriebe telefonisch oder auch vor Ort kostenlos über alle Fragen der Abfallwirtschaft. Die Abfallberatung gibt kompetent Auskunft zu Themen der Abfallvermeidung und -verwertung nach der aktuellen rechtlichen Lage. Darüber hinaus recherchiert der ZAK für Sie Entsorgungs- und Verwertungswege für spezielle Abfälle.