Giftige Abfälle

Der ZAK informiert

In der "Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV)" ist festgelegt, welche Abfallarten als "giftig" eingestuft werden. Sie sind mit einem " * " gekennzeichnet. Zur Entsorgung von "giftig" Abfällen gibt es je nach Stoffart mehrere Möglichkeiten:

1. Beseitigung über die GSB
2. Verwertung durch die GSB oder andere Betriebe

Beseitigung über die GSB


"Giftige" Abfälle, die in Südbayern anfallen, werden zentral in Anlagen der "Gesellschaft zur Beseitigung von Sondermüll" (GSB) behandelt und/oder beseitigt. Die Abfälle müssen in vorgeschriebenen Behältern angeliefert werden. Sowohl die Behälter als auch die Behandlungs-/Entsorgungspreise sind bei der GSB zu erfragen. Hinweise auf den Entsorgungsweg "giftiger" Abfälle finden Sie auf der Seite der GSB (www.gsb-mbh.de).


Beseitigung von Klein­mengen aus dem Gewerbe 


Kleinmengen von "giftigen" Abfällen können unter Vorlage des entsprech­enden Form­blattes auch bei den Problem­müll­sammlungen des ZAK abgegeben werden. Es werden je Anlieferung max. 30 kg, im Jahr jedoch insgesamt nicht mehr als 100 kg angenommen.

Termine für die Problemmüllsammlungen

Sammlung / Lagerung 


Für flüssige, "giftige" Abfälle gibt es neben den Abfall­gesetzen noch andere Rechts­normen zu beachten, z. B. die „Verordnung für brenn­bare Flüssig­keiten", die „Verordnung über die Lagerung wasser­gefährdender Flüssigkeiten" und andere. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall beim zustän­digen Landrats­amt oder bei der Stadt Kempten.

Transport 


Mit dem Transport muss ein Unternehmen beauftragt werden, das die entsprechende Sachkunde nachweisen kann, u. a. eine Transportgenehmigung.

Für den Transport eigener "gefährlicher" Abfälle zur GSB ist aber keine Transport­genehmigung mehr nötig. Für den Transport auf der Straße ist zusätzlich zu prüfen, ob es sich um einen Gefahrstoff­transport nach der Gefahrgut­verordnung (GGVS) handelt. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Landrats­amt oder der Stadt Kempten und fordern Sie vom Hersteller ein Sicherheits­datenblatt an.

Die Gesellschaft zur Beseiti­gung von Sondermüll in Bayern (GSB)

Vor ca. 35 Jahren wurde in Bayern die GSB gegründet zur sicheren Ent­sorgung von Sonder­abfällen (= heute "gefährliche Abfälle"). Es handelt sich hier um eine halb­staatliche Gesell­schaft, die zu 79,1 % vom Frei­staat Bayern, 14,4% von der Wirt­schaft und 6.5% von den Kommunalen Spitzen­verbänden getragen wird.

Die GSB betreibt in Bayern an 11 Stand­orten mehrere Sammel­stellen, 4 chemisch-physikalische Behandlungs­anlagen, eine Sonderabfall­deponie und 2 Deponien. Dies sichert den 5000 Kunden eine flächen­deckende Infra­struktur auf hohem Niveau.

GSB Kundenberatung 
Tel.: 08453/91-231
Weitere Durchwahlen: -232/-233/-234/-240

www.gsb.bayern
Von den 270 Mitarbeitern werden jährlich 300 000 Tonnen industriel­ler Abfall verarbeitet.

Davon werden:

- 62% thermisch behandelt
- 28% chemisch-physikalisch aufbereitet
- 6% auf Sonderabfalldeponien eingelagert
- 4% an externe Verwertungsanlagen weiter gegeben.

Gefährliche Abfälle aus dem Industrie­bereich in Bayern sind, sofern sie nicht verwertet werden können, bei der GSB andienungspflichtig.

Verwertung durch die GSB oder andere Betriebe

Einige der „giftigen Abfälle“ können inzwischen auch schon verwertet werden. In diesem Fall ist der Betrieb nicht mehr an die GSB andienungspflichtig.

Auch die ZAK Energie GmbH kann am MHKW und dem HHKW „Giftige Abfälle zur Verwertung“ annehmen.

Dies sind:

  • teerhaltige Dämmmaterialien
  • Altholz A IV (ohne Eisenbahnschwellen)
  • ölverunreinigte Betriebsmittel
  • HBCCD-haltige Abfälle
Eine Annahme ist nur nach Voranmeldung und nach Erteilung eines Entsorgungsnachweises möglich (elektronisches Abfallnachweisverfahren). Bei jeder Anlieferung ist auch ein elektronischer Begleitschein zu führen.

Vor der Verwertung von „Gefährlichen Abfällen“ beim ZAK unbedingt beachten:

  • Auch die Verwertung von "giftigen" Abfällen unterliegt der Nachweisverordnung (NachwV).
  • Rechtzeitig vor der Verwertung ist beim ZAK ein Entsorgungsnachweis mit den nötigen Analysen und sonstigen Unterlagen elektronisch einzureichen. 
  • Zur Festsetzung des Analysenumfangs setzen Sie sich bitte im Vorfeld mit dem ZAK in Verbindung. Die Ergebnisse der Analysen sind Bestandteil des Entsorgungsnachweises. 
  • Erst nach elektronischer Bestätigung des Entsorgungsnachweises, kann die Verwertung erfolgen.


Abfall­beratung für Gewerbe­betriebe


Der ZAK berät Gewerbebetriebe telefonisch oder auch vor Ort kostenlos über alle Fragen der Abfallwirtschaft. Die Abfallberatung gibt kompetent Auskunft zu Themen der Abfallvermeidung und -verwertung nach der aktuellen rechtlichen Lage. Darüber hinaus recherchiert der ZAK für Sie Entsorgungs- und Verwertungswege für spezielle Abfälle.