ReUse

Was verbirgt sich hinter dem Begriff ReUse und welche Projekte geht die Abteilung ReUse beim ZAK aktuell an?

ReUse, also Wiederverwendung, ist einer der Wege, der unsere Gesellschaft in eine nachhaltigere Lebensweise führen kann, um die Ziele im Klimaschutz, Umweltschutz und schonenden Umgang mit wertvollen Ressourcen zu erreichen. So haben wir die Chance, eine lebenswerte Umwelt für uns, unsere Kinder und nachfolgende Generationen zu erhalten.

ReUse ist auch für den ZAK keine „One-Man-Show“. Der Erfolg liegt vielmehr im Miteinander und im gemeinsamen Handeln. In unserer Region gibt es ja bereits sehr viele Institutionen, Unternehmen, Vereine und Initiativen von Bürgern, die sich auf den Weg machen und bereit sind umzudenken bzw. anders zu handeln.

Eine der Hauptaufgaben der Abteilung ReUse beim ZAK liegt deshalb in einer kreativen und entschlossenen Netzwerkarbeit. Wir wollen die Ideen, die Ressourcen und das Knowhow von Unternehmen, Vereinen, sozialen und behördlichen Institutionen bis hin zum einzelnen Bürger zusammenführen, bündeln und in konkreten Projekten realisieren.

ZAK-Marktplatz im Internet

Die interaktive Internetplattform bietet den Bürgern und Unternehmen konkrete Handlungsmöglichkeiten gebrauchte Dinge in den Wiederverwendungskreislauf zu bringen oder zu erhalten und umfasst folgende Bereiche:

Tauschen & Verschenken, Reparieren & Verleihen, Second-Hand, Terminkalender für Flohmärkte, Repair-Cafés, Bazare etc. sowie nähere Informationen zu den Gebrauchtwarenkaufhäusern und Repair-Cafés in unserer Region. Eine Rubrik „Aktuelles“ wird außerdem über laufende und zukünftige Aktivitäten zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung informieren.

Diese zusätzliche Dienstleistung der ZAK Abfallwirtschaft ist regional, kostenlos, werbefrei und seriös mit kontrolliertem Inhalt der Inserate (durch externe Experten).

Abfall vermeiden macht Spaß! Vielleicht haben Sie ja auch Lust auf das gute Gefühl, etwas Gutes zu tun?

 

Hier geht´s direkt zum ZAK-Marktplatz

Das Kaufhaus Kempten

Das Gebrauchtwarenkaufhaus in Kempten wurde im April 2018 erfolgreich gestartet und wurde im Juli 2019 vom ZAK als Betreiber übernommen.

Damit können die gesetzlich vorgegeben Ziele "Abfallvermeidung" und "Wiederverwendung" weiterhin erfolgreich erfüllt werden.


Zusammen mit der im Jahr 2018 eingeführten ZAK-Box, dem Kaufhaus Kempten und den weiteren Gebrauchtwarengeschäften im ZAK-Gebiet  konnten im Zeitraum 2018-2019 ganze 150 Tonnen „Sperrmüll“ eingespart werden.

Im Kaufhaus Kempten werden durch das Engagement des ZAK darüber hinaus neue Arbeitsplätze geschaffen, Integrationsprojekte gefördert und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und sozialem Engagement gestärkt.

Das Team des Repair-Cafés Kempten ist regelmäßiger und gern gesehener Gast im Kaufhaus. Informationen und Termine auch der Repair-Cafés finden Sie unter
ZAK-Marktplatz

Auch das Kaufhaus ist ein Teil der Projektarbeit von SURFACE und wird von den europäischen Partnern als wichtiges Pilotprojekt betrachtet.



Faltblatt: ZAK-Kaufhaus (220 KB)
Die ZAK-Box in der kleine Elektrogeräte, Bücher, Spielzeug, Deko, Geschirr etc. an den Wertstoffhöfen und / oder in den Gebrauchtwarenkaufhäusern des ZAK-Gebiets abgegeben werden können.

Die gebrauchten Artikel werden dann aufbereitet und über die Kaufhäuser in den Wiederverwendungskreislauf gebracht, der Produktlebenszyklus verlängert sich.

Ein konkreter Ansatz für „Wiederverwenden statt Wegschmeißen“.



Faltlblatt: Nutzen Sie die neue ZAK-Box

SURFACE

Ein Projekt der Europäischen Union mit neun Partnern aus Zentraleuropa zum Aufbau von Smart-ReUse-Parks in den beteiligten Partnerländern Österreich, Belgien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Polen, Italien, Slowenien und Deutschland.

Die entwickelten Smart-ReUse-Parks sollen dafür sorgen, dass ein möglichst großer Teil der eingehenden gebrauchten Waren wie etwa Möbel, Haushaltsgeräte, Dekoartikel, Elektrogeräte und vieles mehr nicht im Müll sondern im Kreislauf der Wiederverwendung landen.

Die bis zum Projektende Mitte 2020 aufgebauten und evaluierten Smart-ReUse-Parks dienen dann als „Best Practice“ Beispiele und Musterlösungen mit zahlreichen Erfahrungswerten und optimierten Strukturen, die in andere Städte und Regionen in Europa übertragen werden können.

Über die SURFACE-Homepage und den SURFACE-NEWSLETTER können Sie sich über aktuelle Aktivitäten und Ergebnisse informieren.


Mehr dazu...
Das NEUE WERTSTOFFZENTRUM SONTHOFEN 2019 / 2020

Mit der Umstrukturierung und Vergrößerung durch zusätzliche Ausbaufläche am privilegierten Standort werden in Sonthofen die Weichen für den Wertstoffhof der Zukunft gestellt. Die Kooperationen mit bestehenden Institutionen, Gebrauchtwarenkaufhäusern und Vereinen wie OHA, Neuland o.a. werden vertieft. Auch besteht ein ausreichendes Platzangebot für die Integration eines Gebrauchtwarenkaufhaus direkt am Wertstoffhof.

Die Bürgerinnen und Bürger profitieren ganz direkt durch verbesserte Steuerung der Anliefer-und Abtransport Situation, verbesserte Verkehrsführung (Zu-und Abfahrt) und Parkmöglichkeiten, verlängerte Öffnungszeiten und kürzere Abfertigungszeiten. Das neue Wertstoffzentrum Sonthofen bietet darüber hinaus auch Raum für Schulungen und Workshops in Sachen Reparatur, Recycling und Nachhaltigkeit etc.

Welchen Stellenwert haben Umwelt- und Klimaschutz im ZAK und welchen Beitrag kann „ReUse“ beim ZAK dazu leisten? 

Umwelt- und Klimaschutz haben beim ZAK den allergrößten Stellenwert. Müllvermeidung steht dabei an erster Stelle. Die Abteilung ReUse arbeitet auf verschiedenen Ebenen daran, dass die Quote der Müllvermeidung zukünftig so groß wie möglich ist.
 
Ziel des ZAK ist es, die abfallwirtschaftlichen Aufgaben "Vermeiden, Verwerten und Entsorgen" für über 300.000 Einwohner im Zweckverbandsgebiet zu lösen. Das heißt konkret: die Restmüllmengen zu minimieren, die Entsorgungssicherheit zu garantieren und abfallwirtschaftliche Anlagen bereitzustellen. Hierzu zählen Wertstoffinseln und Wertstoffhöfe, die Vergärungsanlage bzw. das Kompostwerk für Bioabfälle sowie das Müll- und Holzheizkraftwerk in Kempten.

Ein paar Fakten dazu: Mit seinen modernen Anlagen erzielt der ZAK aktuell eine Einsparung 110.030 Tonnen CO² sowie 42 Millionen Liter weniger Erdöl bzw. Erdgas pro Jahr! Gleichzeitig werden dabei Wärme für umgerechnet 21.377 Haushalte und Strom für umgerechnet 25.970 Haushalte bereitgestellt. Wiederverwenden bedeutet Müll vermeiden mit dem Klima und Umwelt belastet oder wertvolle Ressourcen verschwendet werden. Das Wieder- und Weiterverwenden von Geräten, Möbeln und allen anderen Produkten erspart nicht nur den Klimaschaden, der bei der Entsorgung anfällt, sondern auch beim Ressourcenverbrauch der bei der Herstellung der neuen Artikel entsteht
Von Schatzkisten und deren Abtransport 

Projekt gefördert durch das Interreg Österreich-Bayern Programm
Via Salina mit den Projektpartnern Sunnahof in Götzis als Österreichischer Partner den Allgäuer Werkstätten GmbH Kempten und der ZAK Abfallwirtschaftsverband GmbH in Kempten

Ausgangslage:
Wohlstand und Konsum sind hierzulande zwar ein Zeichen für Lebensqualität, sie bringen aber auch das Horten von Wertstoffen in Kellern und Dachböden mit sich. Diese Wertstoffe lagern oft jahrelang dort, obwohl sie (von anderen für anderes) genutzt werden könnten. Mittels einer Marketingkampagne sollen Menschen animiert werden, diese Dinge zu spenden und einfach in spezielle Kisten zu packen.
Diese Kisten werden dann entweder von den Eigentümern selbst transportiert oder von Menschen abgeholt, die sich dadurch eine neue Arbeitsgrundlage schaffen können. Dazu soll ein spezieller Fahrradanhänger konstruiert werden, der diese verschieden großen Kisten optimal aufnehmen kann. Somit wird ein CO2-neutraler Transport gefördert. Der Grundsatz für entsorgungspflichtige Wertstoffe Vermeiden, verwerten, entsorgen wird damit unter allen Gesichtspunkten des Umweltschutzes bestmöglich umgesetzt.

Projektziele:
Um diese Schätze (wieder) dem Gebrauchskreislauf zuzuführen soll eine Kiste aus Bioverbundstoffen entwickelt werden. Damit diese Kisten umweltschonend bzw. klimaneutral zu den Wertstoffhöfen gebracht werden kann soll ein Fahrradanhänger entwickelt werden, der ebenfalls aus möglichst vielen Bioverbundstoffen hergestellt wird und sich aus diesen Kisten zusammensetzt. Eine Modulbauweise mit multifunktionaler Anwendung soll entstehen. Der Anhänger und seine Kisten sollen möglichst günstig am Markt angeboten werden, damit viele Menschen ihn kaufen und benützen, um ihre Wertstoffe damit abzutransportieren. Gebaut werden sollen die Kisten samt Anhänger durch Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Das Projektziel ist, dass eine exakte Bauanleitung vorliegt. Eine Umsetzung, also der Bau wird im Projekt noch nicht durchgeführt. Die zum Bau benötigen Vorarbeiten sollen umsetzungsfähig und beschreibend im Projekt erarbeitet werden.

Um möglichst viele Ideen zum geplanten Projekt zu bekommen wurde über eine Open Innovation Plattform ein weltweiter Ideenwettbewerb ausgeschrieben.
Im Zusammenschluss der Projektpartner dem Sunnahof in Götzis, den Allgäuer Werkstätten und der ZAK Abfallwirtschaft GmbH wurden dann mit einer
fachkompetenten Jury über die Ergebnisse aus dem Ideenwettbewerb abgestimmt.
Der Ideenwettbewerb wurde aus dem Interreg Österreich-Bayern Programm Via Salina gefördert.

Im Verlauf des Projektes und nach genauer Materialrecherche konnte festgestellt werden, dass die konkrete Umsetzung zum Bau eines Transportwagens und die dafür möglichen Bioverbundstoffe nicht verfügbar sind. Materialaufwand und Umsetzung sind wirtschaftlich nicht tragbar und hätten die marktüblichen Kosten für einen Transportanhänger um ein Vielfaches überstiegen. Somit wäre der Transportanhänger nicht wettbewerbsfähig gewesen und für unsere Bürgerinnen und Bürger nicht erschwinglich.

Dennoch konnten wir einen grenzüberschreitenden Mehrwert durch unsere Erfahrungen, den Austausch und die Zustimmung aller Partner zur weiteren Netzwerkarbeit feststellen.