Der Asiatische Staudenknöterich stellt zunehmend eine Gefahr für heimische Lebensräume dar. Darauf weist das Landratsamt Oberallgäu hin.
Der Staudenknöterich ist eine Problempflanze
Die aus Ostasien stammende invasive Pflanze wächst sehr schnell, bildet dichte Bestände und verdrängt dadurch heimische Pflanzenarten. Besonders hartnäckig ist der Staudenknöterich aufgrund seines weit verzweigten unterirdischen Wurzelsystems, der sogenannten Rhizome. Bereits kleinste Wurzelstücke können ausreichen, damit an anderer Stelle neue Pflanzen entstehen. Auch abgetrennte Sprossteile können an ihren Knoten erneut wurzeln bilden. Pflanzenteile sollten deshalb keinesfalls mit Erde, Grünschnitt oder Mähgut verschleppt werden. Besondere Vorsicht ist in der Nähe von Fließgewässern geboten: Gelangen Pflanzenteile ins Wasser, können sie weitertransportiert werden und an anderer Stelle neue Bestände bilden. Auch bei Erdarbeiten oder beim Mähen besteht die Gefahr, den Staudenknöterich unbeabsichtigt weiterzuverbreiten. Neben naturnahen Flächen kann die invasive Pflanze auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Weiden besiedeln. Durch ihr kräftiges Wurzelsystem kann sie zudem Schäden an Bauwerken und befestigten Flächen verursachen.
So lässt sich Staudenknöterich erkennen
Zu den bei uns vorkommenden invasiven Staudenknöterichen zählen vor allem der Japanische und der Sachalin-Staudenknöterich sowie der aus beiden Arten entstandene Bastard-Staudenknöterich. Die Pflanzen treiben im Frühjahr aus ihren unterirdischen Rhizomen aus und wachsen innerhalb weniger Monate zu teils mehreren Meter hohen Beständen heran. Typisch sind kräftige, hohle und unverholzte Stängel sowie große, eiförmige Blätter. Im Spätsommer bilden sich kleine weißliche bis weißgrüne Blüten, die in Rispen angeordnet sind. Wer Staudenknöterich auf dem eigenen Grundstück entdeckt, sollte möglichst frühzeitig Maßnahmen ergreifen und insbesondere darauf achten, keine Pflanzenteile oder belastetes Bodenmaterial weiterzuverbreiten.
Frühzeitig gegen kleine Bestände vorgehen
Je früher ein Bestand erkannt und eingedämmt wird, desto besser. Hat sich der Staudenknöterich erst großflächig etabliert, ist seine Beseitigung meist aufwendig und kann mehrere Jahre dauern. Bei kleinen Beständen können die Pflanzen mitsamt ihren unterirdischen Pflanzenteilen ausgegraben oder über mehrere Jahre hinweg regelmäßig gemäht werden. In der Regel sind dafür mehrere Schnitte pro Jahr notwendig. Eine anschließende Bepflanzung mit konkurrenzstarken heimischen Arten kann dabei helfen, ein erneutes Aufkommen zu erschweren. Wichtig ist außerdem, Arbeitsgeräte, Maschinen und Fahrzeuge nach Arbeiten an betroffenen Flächen sorgfältig von Erde und Pflanzenteilen zu reinigen. So lässt sich verhindern, dass Rhizom- oder Sprossstücke unbemerkt an andere Orte gelangen.
Staudenknöterich richtig entsorgen:
- Die Pflanze darf keinesfalls im Gartenabfallcontainer oder im eigenen Kompost entsorgt werden!
- Hinweis: Der Knöterich muss zwingend in großtechnischen Anlagen kompostiert werden, um die Verbreitung einzudämmen. Die Entsorgung auf dem heimischen Kompost trägt zur Ausbreitung der Pflanze bei!
- Anlieferung unverpackt an folgenden Standorten:
- Vergärungsanlage Kempten-Schlatt
- Kompostwerk OA-Süd
- Kleinmengen können über die Biotonne entsorgt werden
- Wichtig: Pflanzen- und Wurzelteile nach dem Ausgraben nicht auf dem Boden liegen lassen, da sie schnell wieder anwurzeln.
Zum Abfall ABC
Nicht nur der Asiatische Staudenknöterich stellt eine Problempflanze dar. In unserem Problempflanzenflyer klären wir über die Entsorgung weiterer invasiven Pflanzen auf.


