Problem­abfälle

Die Erfassung von Problemabfällen erfolgt über 31 Wertstoffhöfe im ZAK-Gebiet und mobile Problemabfall-Sammlungen.

Problemabfälle, die an den Wertstoffhöfen regulär angenommen werden:
 
  • Farbe und Lacke
  • Dispersionsfarben
  • Autobatterien
  • Gerätebatterien und Akkus
  • Spraydosen


Die Problemabfall-Sammlungen finden in den Städten (Kempten, Sonthofen, Immenstadt, Lindenberg und Lindau) monatlich, in den Gemeinden 2x jährlich statt.

Folgende Abfälle werden nur bei der Problemmüllsammlung angenommen:
 
  • Elementares Quecksilber, quecksilberhaltige Abfälle (z. B. Thermometer ect.)
  • Säuren, Laugen, Spritzmittel, Lösemittel und Chemikalienreste

Eine „fachkundige Person“, meistens ein(e) Chemiker(in), der/die diese Sammlung begleitet, ordnet die giftigen Abfälle an Ort und Stelle einem geeigneten Behälter zu, der nach der Sammlung verschlossen und bei der GSB abgeliefert wird.

Es versteht sich von selbst, dass diese Abfälle mit großer Vorsicht behandelt werden müssen und keinesfalls über die Mülltonne oder Toilette entsorgt werden dürfen, da sich die enthaltenen Giftstoffe u. a. im Klärschlamm wieder finden und zur Vergiftung der Umwelt führen würden.


Umgang mit Problem­abfällen

Abfälle sind vielfach zu wertvoll zum Wegwerfen. Die richtige Entsorgung ist nicht immer ganz einfach, denn nur weniges gehört wirklich in die Restmülltonne. Der ZAK bittet Sie, bei der Mülltrennung gewissenhaft vorzugehen - im Sinne der Gemeinschaft und im Sinne der Umwelt.
Farbe und Lacke machen den größten Teil der Problemabfälle aus. Generell gilt: Bleiben nach einer Maßnahme Dosen mit Farbresten übrig, die in der nächsten Zeit nicht wieder verwendet werden, so sollten die Dosen entsorgt werden.

Metalldosen, die über längere Zeit im Keller stehen, verrosten nach und nach und werden undicht. Farbdosen mit flüssigem Inhalt nimmt der Wertstoffhof zu den üblichen Öffnungszeiten beim „Problemmüll“ an. Sollen Lack- und Farbdosen entsorgt werden, deren Inhalt schon eingetrocknet ist, so haben sich die gefährlichen Lösemittel bereits verflüchtigt. Die trockene Farbe ist unschädlich. Deshalb können Dosen mit festem Inhalt in der Mülltonne entsorgt werden. Leere Lack- und Farbdosen müssen in den Dosencontainer geworfen werden.

Dispersionsfarben werden auf Wasserbasis hergestellt. Deshalb können übrig gebliebene Farben dadurch eingetrocknet werden, dass man den Deckel des Farbeimers offen lässt. Der Eimer mit der eingetrockneten Dispersionsfarbe kann über den Restmüll entsorgt werden. Leere und saubere Farbeimer nimmt der Wertstoffhof entgegen.

Autobatterien werden in der Regel „alt gegen neu“ beim Händler getauscht. Kauft man eine neue Autobatterie beim Händler ohne eine alte Batterie abzugeben, so fallen 15 Euro Pfand an. Seit einigen Jahren ist es auch möglich Starterbatterien über das Internet zu bestellen. Eine alte Batterie kann in diesem Fall nicht zurückgegeben werden. Der Wertstoffhof nimmt Altbatterien an und stellt hierfür eine „Entsorgungsquittung“ für die Annahme der Altbatterie aus.

Gerätebatterien und Akkus können an allen Batterie-Verkaufsstellen in die dort aufgestellten grünen Boxen geworfen werden. Auch der Wertstoffhof nimmt alte Batterien zum Recycling an. Es empfiehlt sich, leere Batterien nicht zu „horten“, sondern möglichst zeitnah zu entsorgen, da sie „auslaufen“ können. Nähere Informationen zum Umgang mit Batterien und dem Batterie-Recycling erhalten Sie unter: www.grs-batterien.de

Spraydosen dürfen in den Blechcontainer geworfen werden, wenn sie leer sind. Ein produktionsbedingter Restinhalt von 3% stört dabei nicht. Sollte der Inhalt der Dosen jedoch noch nicht aufgebraucht sein, so müssen die Spraydosen beim Problemmüll am Wertstoffhof abgegeben werden, da sie noch unter Druck stehen und beim Verpressen explodieren können.

Besonders giftige Abfälle

Es gibt besonders giftige Abfälle, die der ZAK aus Sicherheitsgründen am Wertstoffhof nicht annehmen darf. Die folgenden Abfälle werden nur bei der Problemmüllsammlung angenommen. Die „fachkundige Person“, meistens eine Chemikerin, die diese Sammlung begleitet, ordnet die giftigen Abfälle an Ort und Stelle einem geeigneten Behälter zu, der nach der Sammlung verschlossen und bei der GSB abgeliefert wird.
Elementares Quecksilber fällt dann an, wenn z.B. ein Thermometer oder eine Energiesparlampe zerbricht. Die silbernen Kügelchen sollten möglichst schnell aufgekehrt und in eine verschließbare Dose gegeben werden. Anschließend ist der Boden noch mit dem Staubsauger zu reinigen und der Staubsaugerbeutel in den Abfall zu werfen. Das Gefäß mit den Quecksilberkugeln muss bei der Problemmüllsammlung abgegeben werden.

Säuren, Laugen, Spritzmittel, Lösemittel und Chemikalienreste nimmt der ZAK nur bei seinen Problemmüllsammlungen an. Wichtig ist, dass sie in den Original­behältnissen angeliefert werden. Man darf sie auf keinen Fall umschütten oder mischen.

Altöl und Motorölfilter / -dosen nimmt nur noch die Verkaufsstelle zurück. Die Altölverordnung bestimmt, dass beim Kauf von Mineralöl - insbesondere Motorenöl - die entsprechende Menge Altöl an der Verkaufsstelle abgegeben werden kann. Für die Rückgabe genügt der Kassenbeleg über die gekaufte Ölmenge. Es empfiehlt sich also, Kassenbelege für Motorenöl stets aufzubewahren, andernfalls fällt eine mengenbezogene Entsorgungsgebühr an.

Verwertung von Problem­abfällen

Problemabfälle müssen in der Regel teuer entsorgt werden. Bei einigen von ihnen ist es jedoch inzwischen technisch möglich, in einem zum Teil aufwändigen Recyclingprozess einen Großteil der verarbeiteten Rohstoffe wieder zu gewinnen.

Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren 

Diese Leuchtmittel zählen seit 2006 zum Elektronikschrott und nicht mehr zum Problemmüll, enthalten aber nach wie vor einige problematische Inhaltsstoffe. Durch technische Innovationen kann inzwischen 97% des eingesetzten Materials wieder verwertet werden, 3% geht auf die Sondermülldeponie unter Tage. 

Zunächst wird der Sockel vom Glaskörper entfernt. In einem Unterdruckverfahren werden Staub, Quecksilber und Leuchtstoffe aus dem Lampenkörper abgesaugt und gereinigt. Aus dem entstandenen Material wird das Quecksilber wieder gewonnen.

Das Lampenglas, gewichtsmäßig der höchste Anteil der Lampe, wird wieder zur Herstellung neuer Lampen eingesetzt. Aluminium und Eisen gehen in die Altmetallverwertung. 

In Zukunft wird es notwendig sein, auch die Leuchtstoffe aus den 3% Restanteil, der im Moment noch deponiert wird, wieder zu gewinnen, da sie zu den „Seltenen Erden“ gehören; das sind Elemente, die auf der Erde in nur sehr geringem Umfang vorhanden sind. In den nächsten Jahren ist hier mit großen Engpässen zu rechnen. 

Gerätebatterien und Akkus

Seit Inkrafttreten der Batterie-Verordnung im Jahre 1998 sind die Hersteller von Batterien auch für die Rückführung und die Verwertung der gebrauchten Batterien zuständig. Sie haben sich in der Stiftung GRS-Batterien zusammen geschlossen, die diese Aufgabe wahrnimmt. Obwohl es auf dem Markt viele verschiedene Typen von Batterien gibt, können alle gemeinsam in einer Entsorgungsbox oder einem Fass gesammelt werden.

Die GRS-Batterien übernimmt diese Sammelbehälter und lässt den Inhalt zunächst nach den verschiedenen Batterie-Typen sortieren, ehe diese in die Verwertung gehen. Der Verwertungsweg der gängigsten Typen läuft wie folgt ab: 

Alkali/Mangan- und Zink/Kohle- Batterien 
Die Batterien werden zerkleinert und das Eisen von dem zinkhaltigen Braunstein (Manganoxid) getrennt. 
Das Eisen wandert anschließend zur Verwertung in die Stahlwerke, 
Der Braunstein wird im Drehofen zu Zinkoxid aufbereitet 

Nickel-Cadmium-Batterien 
Die Batterien werden geschreddert, anschließend wird das Cadmium im Vakuum abdestilliert. Das so gewonnene Cadmium kann wieder zur Erzeugung neuer Batterien verwendet werden. 
Das Stahl-Nickel-Gemisch geht in die Stahlerzeugung 

Knopfzellen (33% Quecksilber) 
Die Knopfzellen werden zerkleinert und unter Vakuum erhitzt. 
Bei Temperaturen zwischen 350 und 650 Grad verdampft das Quecksilber und kondensiert anschließend bei niedrigen Temperaturen. Der quecksilberfreie Stahl geht in die Stahlindustrie 

Motorenöle 

Motorenöle können schon seit einigen Jahren wieder aufbereitet werden, wenn sie nicht mit anderen Chemikalien z.B. Kühlerflüssigkeit vermischt wurden. 
Sie enthalten jedoch Rückstände aus der Kraftstoffverbrennung (z.B polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), Metallabrieb, Salze und Halogenverbindungen und müssen deshalb einigen aufwendigen Reinigungs- und Verarbeitungsschritten unterzogen werden. 

Die sind im groben Überblick: 

 
  • Entfernen von Wasser und leichten Anteilen 
  • Dünnschichtverdampfung (= Trennung des Schmieröls von höher siedenden Bestandteilen und anderen Nebenprodukten) 
  • Hydrierung evt. in Kombination mit Lösemittelextraktion 

So entstehen hochwertige Schmierstoffe, die wieder als Motorenöl eingesetzt werden können und in der Qualität kaum Unterschiede zum Erstraffinat haben.

Problem­müll Termine

Problemmüllsammlung Kempten, Sonthofen, Immenstadt, Lindau, Lindenberg (außer April, Oktober und Dezember)

Kempten
Wertstoffhof
Schumacherring

Annahmezeit:
08:30 - 12:00 Uhr

02.11.2018
Kempten
Wertstoffhof
Unterwanger Straße

Annahmezeit:
14:00 - 17:00 Uhr

02.11.2018
Sonthofen

Markthalle

Annahmezeit:
09:00 - 12:00 Uhr

09.11.2018
Immenstadt
Wertstoffhof
Rettenberger Straße

Annahmezeit:
13:30 - 16:30 Uhr

09.11.2018
Lindau
Wertstoffhof
Robert-Bosch-Straße 19

Annahmezeit:
09:00 - 14:30 Uhr

16.11.2018
Lindenberg
Bauhof
Sandstraße

Annahmezeit:
08:30 - 14:30 Uhr

23.11.2018